Die Müritz (morze), slawisch für „Kleines Meer” ist der größte Binnensee Deutschlands und mit der Müriz-Perle Waren zentraler touristischer Punkt der Mecklenburgischen Seenplatte

Die Müritz ist Teil der Endmoränenlandschaft Mecklenburgs und entstand in der letzten Eiszeit. Mit Abtauen der Eismassen spülten die Schmelzwasserströme Sand und es bildeten sich Urstromtäler und Sander. Das Eis stauchte Endmoränen formte beim Tieftauen auch Hohlformen, auf denen sich Seen bildeten. Rinnen- und Eisstauseen bildeten sich in den Schmelzwasserrinnen, die das Schmelzawasser schon unter dem Eis zu Rinnen formte und heute Grundlage der Seenkette ist. Zeugnis dieser Zeit sind auch die Kalkberge bei Waren.

Im Ursprung war die gesamte Mecklenburgische Seenplatte (eingentlich von Lübeck bis zur Oder) ein See. Erst durch die Senkung des Wasserspiegels entstand die Müritz und der Rest der Seenkette, die heute Seenplatte genannt wird. Der Wasserspiegel der Müritz wurde in den vergangenen Jahrhunderten einige Male durch menschliche Eingriffe verändert. Im Elde-Abfluss staute man für den Betrieb von Mühlen das Wasser, der Pegel stieg, eine weitere Regulierung brachte schließlich das Niveau von heute. Auch der zunehmende Transport von Gütern wie Holz brachten Veränderungen in den Wasserwegen und somit im Wasserspiegel der Müritz.

Die erste Besiedlung der Müritz geht auf die mittlere Steinzeit zurück, neben Fischern gab es in den teils dichten Wäldern auch Jäger und Sammler. Die Besiedlung der Müritz war eher spärlich. Im späteren Verlauf um 3.000 v. Chr. wurde man sesshaft, es entwickelte sich Ackerbau und Viehzucht. Erhaltene Burgruinen in Ludorf, Hünen- und Steingräber bei Ankershagen sind Zeugnisse dieser Zeit der Besiedlungsgeschichte.

Seit Mitte des 7. Jahrhunderts begann die Besiedlung der Slawen an der Müritz. Mit Beginn des Mittelaltern holten die Slawenfürsten einige tausend deutsche Siedler nach Mecklenburg mit dem Auftrag, Mecklenburg zu kolonisieren und nach ihren Erfahrungen umzugestalten. Der Ackerbau der Slawen wir nicht so fortschrittlich und brachte wenig Erträge. Mit den deutschen Siedlern hielt auch die Dreifelderwirtschaft Einzug an der Müritz. Es war auch die Zeit als die heutigen ehemaligen Ackerbürgerstädte Waren, Röbel, Malchow und Plau an der Seenplatte entstanden. Mit der neuen Entwicklung strömten auch Kaufleute und Handwerker in das Land.

Das „Kleine Meer” (slawisch Müritz) bietet neben dem Wassersport und der Ausflugsschifffahrt Interessantes an Geschichte, Kultur, Wissenswertes und Natur pur. So bieten zahlreich erhaltene Herrensitze und Gutsanlagen einen Einblick in die Geschichte des Landkreises. Die kleinen Ackerbürgerstädte an der Müritz verzaubern mit ihrer vielseitigen und eigenwilligen Architektur. In den musealen Einrichtungen des Landkreises sind wissenswerte Dinge über Natur, Zeitgeschichte, Baudenkmäler und Kunst zu sehen. Für Konzertbegeisterte bieten ausgewählte Veranstaltungsorte im geschmackvollen Ambiente einen Rahmen für das Auge und Ohr.

Um die Müritz verlaufen entlang der Feldflure alte Alleen, die durch malerische Dörfer führen. An den mit Korn- und Mohnblumen blühenden Rändern entdeckt man die Vielfalt des Landes, lernt die Einheimischen mit ihrem berühmten Plappermul kennen und genießt den Augenblick.

Die Müritz vollends zu erleben kann man in den Ferien mit einem Haus- oder Segelboot, oder man bedient sich mittels eines Schiffstickets steigt auf eines der Linien- bzw. Ausflugsschiffe und begibt sich auf die „Große Müritz-Rundahrt” im „Land der tausend Seen”.