Kurz nach der Geburt Heinrich Schliemann's in Nordmecklenburg kam die Pastorenfamilie nach Ankershagen und bezog das Pfarrhaus gegenüber der Dorfkirche. Obwohl Schliemann sein Abitur aus Geldmangel nicht machen konnte, sprach er später fießend dutzende Sprachen und war geschäftlich sehr erfolgreich. Der weltberühmte Altertumsforscher Heinrich Schliemann träumte schon als Kind von der sagenumwobenen Stadt Troja und dessen Ausgrabung. Schon damals schrieb Schliemannin seiner Autobiographie von den Wundern des Ortes Ankershagen, die noch heute dort zu finden sind. Dazu zählen die alte Dorfkirche aus dem 13.Jahrhundert, das bronzezeitliche Hügelgrab am Glockenberg und das Raubritterschloss des Henning Bradenkierl.
Im Frühjar 1870 begann Heinrich Schliemann mit den Ausgrabungen im Siedlungshügel Hisarlik/Türkei. Schliemann war nicht der erste, der dort die Reste der legendären Stadt vermutete. Schon zwei Jahre später wurde fündig und glaubte das legendäre Troja aus der Sage Homers gefunden zu haben, die er illegal aus der Türkei ausführte. Stücke seines Fundes nennt Schliemann in Anlehnung an den trojanischen Sagenkönig "Schatz des Priamos". Einige Jahre später entdeckte Schliemann bei Ausgrabungen in Mykene mehrere Gräber mit reichen Beigaben.Unter anderem fand er dort nach seiner Ansicht die "Maske des Agamemnon", welche sich heute im Athener Nationalmuseums befindet. Heute geht man davon aus, dass die Maske nicht dem König Agamemnon zugeordnet werden kann, sondern davon ausgeht, dass sie dem mykenischen Fürsten einer vorhergehenden Dynastie gehörte.
Die Geschichtsforschung geht heute davon aus, dass Heinrich Schliemann höchst wahrscheinlich tatsächlich die sagenumwobene Stadt Troja richtig lokalisierte. Allerdings stammt der gefundene Goldschatz nachweislich nicht aus der Zeit der trojanischen Kriege. Seine Entdeckungen sind dennoch von großer Bedeutung und machen den weltreisenden Kaufmann und Schatzsucher zu einem der bekanntesten Altertumsforscher weltweit. Schliemman gab durch seine Entdeckung den Griechen rund eintausend Jahre der mykenischen Kultur zurück.
Das heutige Museum im ehemaligen Pfarrhaus, einem Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert beherbergt eine moderne multimediale Ausstellung. Sie zeigt den Lebensweg des Heinrich Schliemann vom Pastorensohn zum wohlhabenden Geschäftsmann und schließlich zum weltweit bekannten Archäologen. Jeder Raum des Pfarrhauses spiegelt eine Zeitspanne seines Lebensweges wieder. Zum ursprünglichen Ensemble des Pfarrhofes gehörte das Predigerwitwenhaus, ein Stallgebäude und eine Scheune. Am dahinterliegenden Pfarrgarten schliesst sich ein weitläufiger Park mit dem sagenumwobenen "Silberschälchen" an.
In der Ausstellung sind mehrere Originalfunde seiner Ausgrabungen ausgestellt, viele der Exponate stammen aus der Sammlung des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte. Auch zu sehen sind Nachbildungen aus dem legendären "Goldschatz des Priamos" ausgestellt. An den multimedialen Stationen kann man sich aus griechischen Sagen vorlesen lassen und den Museumsgarten für eigenen Ausgrabungen nutzen.
Kinder werden sich sicherlich am hölzernen Pferd aus Homers bekannte Sage ihre Freude haben, welches als Trojanisches Pferd in der Geschichte Homers zur Zerstörung Trojas führte.
Auf dem Schliemann-Wanderweg begeben Sie sich in Schliemanns Autobiografie und können weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Weg zur Havel-Quelle entdecken.
Diesen Artikel haben wir am 22.11.2023 in unseren Katalog aufgenommen.